8. März 2013

Der 3.März 2013 wird wohl in die politische Geschichte Kärntesn eingehen. Warum? Darum:

Kärnten wurde seit den späten 1980er Jahren von einer aufkommenden politischen "Kaste" unter der Führung eines gewissen Jörg Haider - ja genau jener, der sich 2008 mit seiner Karre gepflegt aus der Bahn und aus dem Leben geworfen hat - beherrscht. Zwischendrin gab es eine kurze Zeit, in der er sich durch seine eigene Schuld politisch abgesägt hat, nur um dann, aufbauend auf billigen Populismus, den er bis zur Perfektion beherrschte, jahrelang der unangefochtene "Führer" hier in Kärnten zu sein. Niemand aus den politischen Lagern konnte diesem ausgefuchsten Selbstdarsteller auch nur annähernd Paroli bieten. Und wenn es dann wirklich jemand gewagt hat, wurde er bzw. sie mit primitivsten Verbalattacken zur Aufgabe gezwungen.

In dieser Zeit entwickelte sich ein politischer Stil der schlichtweg verabscheuungswürdig war. Die von Haider persönlich ausgewählten "Mitstreiter" zeichneten sich alle durch Jugend und Präpotenz aus. Der Name "Buberlpartei" war erfunden. Volksfeststimmung und Bierzeltromantik waren an der Tagesordnung. Kultur wurde mit Sauffesten gleichgestellt. Geld spielte keine Rolle und wurde wagonweise verschleudert. Koste was es wolle war die Devise.

Nach seinem (Haiders) Tod konnte man eventuell hoffen, dass sich politisch etwas ändern würde. KONNTE! Denn der darauf folgende Wahlkampf war ganz auf die Person Haider ausgerichtet und dessen politisches "Erbe". Die Nachfolger erlangten lockerst den Wahlsieg und damit begann der wirkliche Untergang dieses Bundeslandes. Arroganz, Präpotenz, Unwissen, Unfähigkeit, Freunderlwirtschaft und keinerlei Moral waren an der Tagesordnung. Wirtschaftlich ging es steil bergab, Abwanderung aufgrund der schlechten Arbeitslage oft die einzige Chance.

So um 2010 kam dann aufgrund diverser Skandale erstmals Kritik am politischen Führungsstil auf. Sehr zaghaft, denn ein öffentlicher "Widerstand" zur absolut herrschenden Partei wurde sogar mit Klagen bestraft. Daran erkennt man schon die Zustände.

Mit der Verurteilung eines der Mitglieder der Führungspartei wurde dann auch die breite Masse der Bevölkerung wach gerüttelt. Ermittlungen in weiteren Fällen offenbarte erstmals - vorerst nur zum Teil - das Ausmaß der Verschwenderpolitik der vergangenen Jahre. Immer schlimmere Verfehlungen und unglaubliche Machenschaften kamen ans Licht. Erstmals seit Jahren kam es zu Demonstrationen gegen diese Leute. Deren Reaktionen darauf waren bezeichnend. Beleidigungen, Beschimpfungen usw. wurden ausgesprochen.

Dies führte nur zu noch mehr Widerstand bis schließlich bei der Wahl am 3. März 2013 die Wähler ihren Unmut und ihrer Wut freien Lauf liesen und diese Leute nach allen Regeln der Kunst in die Wüste schickte. Ein massiver Vertrauensverlust in nie geahnter Weise liesen keinen Zweifel daran, dass man von dieser politischen Vereinnahmung gründlichst die Nase voll hatte. Ein historisch noch nie dagewesener Verlust war die Folge.

Nach dieser Wahl war schluss mit Lustig. Ein kollektiver Freudenschrei war die Folge und die Hoffnung, dass es mit diesem Land wieder aufwärts geht, ist größer denn je.

Leider erweisen sich die Verlierer als das, wofür man sie kennt. Politische Sesselkleber, die auf ihre Macht nicht verzichten wollen und alles daran setzen, weiterhin aktiv zu bleiben. Ob und wie man diese "Kletten" los wird, sollten die nächten Tage zeigen. Hoffen wir auch hier, dass es ein "Wunder" gibt und wir ein für alle mal diese Leute los werden.