Die Rekonstuktionen



Auf dieser Seite möchte ich all jene Modelle eingehender vorstellen, die im Zuge der Restaurierung das Licht der Welt erblicken werden und die ich zum Teil auf der Seite der Unveröffentlichten schon vorgestellt habe. Hier soll ein wenig genauer auf die beim Kauf nicht ersichtliche Arbeit eingegangen werden, die einen erhebliche Teil der generellen Rekonstruktion ausmacht.

Die N-Nummern sind eine inoffizielle Nummerierung!!!!


Ich hoffe, dass es am Ende alle sein werden.




N06 Alpha Jet

GELI #72 und #73


Bereits in den 1980er Jahren auf GELI Preislisten als #55 angekündigt, wurde der Alpha Jet erst 2011 veröffentlicht. Im Sommer 2011 wurden mir die Entwürfe und Skizzen zugeschickt und dann stellte sich die Frage - wie und wo beginnen. Logischerweise kam nur ein erster Probebau in Frage. Einfach um zu sehen, ob alles passt, wie das Modell zu bauen ist usw. Das Resultat war schon sehr erfolgversprechend.




Der nächste Schritt war dann, alles neu zu zeichnen. Dafür hab ich allerdings zuerst alles mit einem CAD Programm digital gezeichnet. Warum? Damit alle Teile symmetrisch und im Falle der Tragflächen, Höhenruder, Triebwerke usw. spiegelgleich sind. Das ist bei fast allen GELI Modellen ein mehr oder weniger großes Problem und hat mich durch all die Jahre, in denen ich GELI Modelle gebaut habe, immer gestört. Nachdem alles digital gezeichnet war, wurden die alten Zeichenstifte (die ich mir damals extra gekauft hatte) angeworfen. Welch eine Freude, wieder mit Tusche auf Transparentpapier zu zeichnen - und zu erkennen, dass Fehler nicht einfach weggeklickt werden konnten :-)



Nach der Fertigstellung wurde alles nocheinmal gebaut und auf das Modell der Anstrich für die Version des JaboG 41 skizziert. 


Die Zeichnungen wurden dann eingescannt und - abweichend von den darauf folgenden Modellen - mittels Corel Draw bearbeitet. 




Und wie könnte es anders sein - es wurde nocheinmal probegebaut. Diesmal gleich beide Versionen - der Prototyp und die JaboG Version.




Als meinerseits alles erledigt war, gingen die Daten in die Druckerei. Wie schon oben erwähnt wurden diese beiden Modelle 2011 veröffentlicht. Leider hab ich keine eigenen Fotos von fertig gebauten Alpha Jets - deshalb der Verweis auf die Galerie auf der GELI Homepage.

Leider herrschte dann bis 2014 Funkstille.....





N07 A-4 Skyhawk

GELI #74 und #75

Die nächste Rekonstruktion musste bis 2014 warten. Die ganze Geschichte wie ich zu GELI gekommen bin, hab ich ja an anderer Stelle schon ausführlich erzählt.

Im Herbst 2014 war es dann so weit, dass ich mit der Arbeit an der A-4 Skyhawk beginnen konnte. Wiederum stand ein erster Probebau am Anfang der Rekonstruktion - dieser Arbeitsschritt wird auch bei kommenden Modellen gemacht werden.



Hier gab es jedoch einige Ungenauigkeiten bei den Teilen, so dass ich digital ein wenig nachhelfen musste. Nachdem wieder alles per Hand neu gezeichnet wurde, war es Zeit, sich über den Anstrich Gedanken zu machen. Auf den ursprünglichen Skizzen von Hrn. Wittrich waren U.S. Navy Kennungen aufgezeichnet. Wer aber GELI Modelle kennt, weiß, dass viele Kennungen nicht so ganz der Realität entsprachen. Deshalb hab ich ein wenig recherchiert und siehe da - diese Version gab es - es war eine Maschine der VA 212 Rampant, die Anfang der 1970er Jahre auf der USS Hancock im Dienst war.



Die Kolorierung war bei diesem Modell relativ leicht zu zeichnen. Etwas schwieriger gestaltete sich der Anstrich der Blue Angels. Diese Variante war ursprünglich nicht geplant und entstand quasi bei einem Gulasch und einem Bier :-)



Zur großen Überraschung aller GELI Freunde wurde diese Variante zusammen mit der "regulären" Version im März 2016 veröffentlicht.




N10 - SR-71 Blackbird

GELI #76

Als es an das Aussuchen für den 2. Rekonstruktionsblock ging, waren wir uns nicht so ganz sicher, was denn als nächstes auf den Zeichentisch kommen sollte. Mein lang gehegter Wunsch wäre die F-14 Tomcat gewesen. Aber da gab und gibt es leider Probleme.... Irgendwann war aber klar, es sollte ein großer Brocken werden - und was lag näher als die SR-71 Blackbird? Gesagt, getan und ich durfte die Unterlagen mitnehmen.

Zuerst war wieder ein Probebau notwendig und dabei zeigte es sich, dass es nicht ohne gröbere Eingriffe gehen würde. Die Euphorie nach den ersten Teilen wich einer ziemlichen Ernüchterung. Der hintere Abschnitt des Rumpfes war ein Dessaster. Vielleicht lag es auch an der für GELI untypischen Bauweise. Die Rumpfteile sind bis auf einen, zweigeteilt und da sollte man recht genau arbeiten. Allerdings, auch damit war nix zu machen. Die Teile haben nicht gepasst.



Deshalb hab ich den gesamten hinteren Abschnitt neu konstruiert. Die ursprünglichen Teile waren an die Spanten nur teilweise angepasst. Details erspare ich mir, weil dieser Eintrag sonst zu umfangreich wird. Aber ich kann euch natürlich bei Treffen, Ausstellungen, Messen usw. darüber genaueres erzählen.

Ok, die Teile wurden wie gesagt neu entworfen und haben sich nahtlos in die ursprüngliche Konstruktion eingefügt. Eine weitere, allerdings nicht so grobe Änderung musste ich an den äußeren Tragflächen machen. Der Anschluss an die mächtigen und äußerst umfangreichen Triebwerke war ein wenig ungenau.

Kleinere Änderungen gab es noch bei den Lufteinlässen und bei der Rumpfspitze. Völlig neu ist hingegen das Hauptfahrwerk. Die Räder gab es schon, ebenso den Fahrwerkschacht und das Fahrwerksbein, aber die ganze "Aufhängung" für die Räder war nicht vorhanden. Da is mir quasi im Schlaf eine Lösung eingefallen - soviel zu Thema ich mach das eh nur nebenbei - nix da, GELI Modelle "verfolgen" einem bis in den Schlaf und man ist ihnen mit Haut und Haaren ausgeliefert :-)

Nach dem darauffolgenden Neuzeichnen aller Teile- und Spantenbögen wurde ein zweiter und finaler Probebau gemacht. Sitzt, passt und hat genügend Luft :-)



Der "Anstrich" war dann eher "a gmahte Wiesn". Alle Teile schwarz einfärben ist keine wirkliche Herausforderung. Obwohl... naja, wie is das jetzt mit den Panellinien? Die sieht man ja nicht! Da hab ich viel herumüberlegt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich kein Schwarz verwende, sondern ein sehr dunkles Grau. Problem gelöst.

Somit hat ein weiteres Meisterwerk aus dem bisher unveröffentlichten GELI Fundus das Licht der Welt erblickt.



N08 - Panavia Tornado

GELI #67
Mit dem Panavia Tornado, eines DER Flugzeuge, die man im Flug gesehen haben muss, wird der Reigen für den 3. Block der Rekonstruktionen eröffnet. Wie schon bei den bisherigen neuen Modellen musste ich auch hier verschiedene Teile neu konstruieren. Besonders der Bug und der zentrale Mittelteil waren davon betroffen. Leichte Änderungen gab es auch bei den Tragflächen, die in der ursprünglichen Version an der Vorderseite zusammengeklebt werden mussten - eine etwas außergewöhnliche Lösung.

Für den Anstrich habe ich lange nach einem passenden gesucht - und gefunden. Es ist eine kleine Verbeugung vor einen Vorgänger des Tornados. Dem Hawker Hunter (GELI #11). Warum? Nun, der Hunter trägt die Farben der 43. Squadron "Fighting Cocks" - das markante Schachbrettmuster. 1989 wurden die damals eingesetzten F-4 Phantom (GELI #52) durch den Tornado ersetzt. 2009 wurde die Staffel jedoch aufgelöst.

Der Anstrich selbst ist eine recht ungewöhnliche "Angelegenheit". Einerseits sind der Rumpf und die Tragflächen in verschiedenen Grautönen gehalten. Nichts Ungewöhnliches. Als Kontrast dazu sind die Cockpithaube, die Rückenverkleidung und das Leitwerk auffällig schwarz bemalt. Vom Leitwerk prangt das in leuchtenden Farben angebrachte Staffelabzeichen (der kämpfende Hahn).

Der Zusammenbau des Tornados dürfte für geübte GELIaner kein großes Problem darstellen. Anfängern würde ich jedoch als Einstieg leichtere GELI Modelle empfehlen....

Mit der Vergabe der #67 (und der #68 durch den Saab Viggen) wird übrigens eine seit Jahren bestehende Lücke in der GELI Nummerierung geschlossen.





N11 - Hughes Apache


GELI #77

Als wirklich harter Brocken stellte sich der Hughes (seit 1997 Boeing) Apache heraus. Die Originalzeichnungen waren im Gegensatz zu den anderen Modellen von ausgezeichneter Qualität, so dass ich keine neuen Zeichnungen anfertigen musste. Dieses Positiv wurde aber durch die fehlende Bauanleitung wieder relativiert.

Wie baut man ein Modell, dass keine Anleitung hat und von dem es keine Fotos gibt, an denen man sich orientieren könnte?

Zuerst einmal gar nicht :-)

Dann habe ich mir die vorhandenen Kopien der Originalzeichnungen angeschaut, auf denen alle Teile nummeriert waren. Nachdem ich weiß, dass viele GELI Modelle im Sinne der Nummerierung zusammengebaut werden, war wenigsten in dieser Hinsicht klar, wo viele Teile hingehören. Der Rumpf war somit klar. Erste Unklarheiten gab es bei den Verkleidungen der Motorgondeln und beim Cockpit. Etwas schwieriger gestaltete sich der vordere Teil des Rumpfes mit den optischen Geräten, die dort untergebracht sind. Das Fahrwerk war nach einer Nachdenkphase klar.

Und dann waren der Rotorkopf und das äußerst markante Maschinengewehr an der Reihe.......

Ich weiß nicht mehr WIE ich diese "Teilemonster" rekonstruiert habe. Aber ohne Unmengen von Fotos und zufällig gefundenen 3D Zeichnungen aus dem Internet wäre dieses Modell wahrscheinlich nie zu realisieren gewesen. Mehrmals hatte ich alles beiseitegelegt und mich anderen Modellen gewidmet, um etwas Abstand zu gewinnen. Nur um dann wieder zu sehen, dass die bisherigen Ergebnisse nicht so ganz richtig waren.

Nach SEHR langer Zeit waren jedoch auch diese gordischen Knoten enträtselt und somit erblickte der 3. Hubschrauber aus dem Hause GELI das Licht der Modellbauwelt.


So schier unlösbar der Zusammenbau des Apachen auch war. so einfach gestaltete sich der Anstrich. Ein einheitlicher graubraungrüner Ton mit einer darüber gelegten Ebene, um den leicht fleckigen Eindruck des Originals zu erzielen.

Der Apache ist ob seiner Komplexität - speziell des Rotors - nur für erfahrene GELIaner zu empfehlen.








N19 - Saab AJ-37 Viggen


GELI #68

Der Saab Viggen - ein ebenfalls sehr markantes Flugzeug mit einem unverwechselbaren Triebwerksklang - schließt eine Lücke in der Nummerierung der GELI Modelle.

Das Modell musste wiederum an vielen Stellen korrigiert werden. Wie so oft waren die Nase und Teile des Hecks davon betroffen.

Der Viggen ist interessanterweise ein äußerst kompaktes Modell, das auch schon mal einen Fall vom Basteltisch schadlos übersteht (sofern es nicht auf die Nase fällt :-) ) 


Die Wahl für den Anstrich war eigentlich von Anfang an klar. Es musste die Splinter Tarnung sein. Dieser sehr markante Anstrich hat sich regelrecht "aufgedrängt".

Aber wie realisiert man sowas? Ganz einfach. Man nimmt die - wiederum hervorragend gezeichneten Originale, legt als Basis eine Farbe (in diesem Falle das Dunkelgrün) über alle Teile und zeichnet dann Stück für Stück die restlichen Flecken ein. Die Übergänge an den Teilen - und die Art und Weise wie man die überträgt - hatte ich schon bei vielen anderen GELI Modelle ausgiebigst "geprobt" und um ehrlich zu sein, der Rest war ein Kinderspiel. Beim anschließenden Probebau wurden noch vorhandene Ungenauigkeiten (überaschenderweise sehr wenige) ausgebessert.

Den Viggen kann ich uneingeschränkt als Einsteigermodell empfehlen. Eventuell ist der Einbau der Hauptfahrwerkschächte und die Rückenverkleidung etwas schwieriger, aber mit Hilfe eines erfahrenen GELIaners ist auch diese kleine Hürde zu meistern. Optisch ist der Viggen auf jeden Fall eines der auffälligsten GELI Modelle!











Kommentare :

Eduardo Barriga Caro hat gesagt…

How nice to know how a paper model is developed. I already have the Blue Anegl's Skyhawk and it is a tremendous improvement of earlier GELI models. All this is good news!!

Walter Schweiger hat gesagt…

Hi! Thanx for your kind words! The new Model - SR-71 Blackbird - will be released in March and now i am working on several unreleased models. But - details will not be revealed :-)

Eduardo Barriga Caro hat gesagt…

Just curiosity, the letters GELI mean General Education Literary Institute. I saw this on several of my older models I have. Where did this name come from?
Regards,
EDUARDO

Walter Schweiger hat gesagt…

The original meaning of GELI was GErtraud LItscher - the initials of Mr. Wittrichs partner.

Why and when they changed it to General... is not known.